Anrecht auf Mietminderung bei Wasserschaden?

Wasserschäden in der Wohnung führen nicht zwingend zu einer Mietminderung. In einem ersten Schritt muss die Ursache gefunden werden. Falls diese auf ein grobes Fehlverhalten des Mieters zurückgeführt werden kann, hat dieser auch keinen Anspruch auf eine Mietminderung. Wann hat der Mieter Anspruch auf eine Mietminderung beim Vermieter? Wie hoch ist die Mietminderung gem. Mietminderungstabelle und wie wird diese berechnet?

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Anspruch oder nicht auf eine Mietminderung

Wie eingangs erwähnt hängt die Möglichkeit auf eine Mietminderung von der Ursache ab. Liegt die Ursache bei Ihnen, können Sie kein Geld einsparen.

Verstopfte Toilette

Ist die Ursache eine verstopfte Toilette haben Sie kaum die Chance auf eine Mietminderung. Besonders einfache Verstopfungen welche mit einfachen Mitteln wie einem Pimpel oder einer Spirale befreit hätten werden können, sind Sache des Mieters. Folglich sind auch daraus entstandene Wasserschäden kein Grund für eine Mietminderung.

Rohrverstopfung

Liegt die Ursache eines Wasserschadens in einer Rohrverstopfung, stellt sich die Frage, ob diese durch Sie als Mieter verursacht wurde. Die Beurteilung nimmt in diesem Fall eine Klempner vor. Falls Sie bei einem Wasserschaden weder den Vermieter noch einen Klempner umgehend kontaktieren, sinken Ihre Möglichkeiten auf eine Mietminderung drastisch. Sie sind also gut beraten nach Treu und Glauben so schnell als möglich den Schaden zu melden. Stellt der Fachmann dann fest, dass die Ursache nicht direkt auf Sie zurückgeführt werden kann, haben Sie realistische Chancen auf eine Mietminderung.

Rohrbruch in der Wand

Falls das Wasser durch die Wand im Badezimmer oder sonst wo dringt, liegt meist ein Rohrbruch vor. Falls Sie nicht in besagte Wand gebohrt haben und folglich nicht der Verursacher des daraus resultierenden Wasserschadens sind, liegen Ihre Chancen sehr hoch, dass Sie Ihnen eine Mietminderung zugesprochen wird.

Fazit: Mietminderung oder nicht

Die Frage lautet: Wer hat den Schaden verursacht? Kann die Ursache nicht eindeutig auf Sie als Mieter zurückgeführt werden, haben Sie bei einem Wasserschaden meist Anspruch auf eine Mietminderung.

Quelle: Youtube.com

Mit wie viel Mietminderung kann ich bei einem Wasserschaden gem. Mietminderungstabelle rechnen?

Die Höhe der Mietzinsminderung liegt im Ausmaß der Beeinträchtigung und ist prinzipiell Sache des Gerichts. Bestehende Urteile geben aber einen unverbindlichen Einblick in die Beurteilungspraxis und den aktuellen Mietminderungstabellen.

Sämtliche Angaben stammen aus einzelnen Fällen aus der Praxis und können nicht pauschal auf jede Situation adaptiert werden. Nichts desto trotz, helfen die Angaben eine ungefähre Idee der Höhe der Mietminderung zu erhalten.

Berechnung der Mietminderung

Sobald der prozentuale Anteil der Mietminderung geklärt ist, wird dieser immer auf die Bruttomiete angewandt. Die Dauer zieht sich von der Meldung des Wasserschadens bis zur vollständigen Behebung der Mängel.

Quelle: Youtube.com

Berechnungsbeispiel Mietminderung

  1. Bruttomiete: 1'250.- Euro
  2. Mietminderung in Prozent bei einem Wassereinbruch: 40%
  3. Datum an dem der Vermieter informiert wurde: 18. September 2014
  4. Vollständige Behebung der Schäden, Datum: 28. Februar 2015
  5. Berechnung der Dauer: 12 Tage, 5 Monate = 5.4 Monate
  6. Berechnung der Mietminderung: 1'250 x 40% x 5.4 = 2'700.- Euro

Wie müssen Sie vorgehen um eine Mietminderung zu erreichen?

Natürlich kann sich jeder Mieter gleich mal an einen Rechtsanwalt oder an den Mieterschutzbund wenden. Dies sollte nach unserer Erfahrung jedoch nicht der erste Schritt sein. Beginnen Sie folgendermaßen:

  1. Melden Sie den Schaden sofort dem Vermieter
  2. Falls dieser keinen Handwerker Notdienst kontaktiert, informieren Sie ihn, dass Sie dies erledigen.
  3. Verlangen Sie vom Handwerker einen Kostenvoranschlag und eine Einschätzung der Ursache.
  4. Beurteilen Sie die Ursache, wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nicht der Verursacher sind und dies von Handwerker bestätigt wird, prüfen Sie die Höhe der Mietminderung.
  5. Kontaktieren Sie den Vermieter und informieren Sie diesen sachlich, dass Sie eine Mietminderung von XY % verlangen.
  6. Sollte der Vermieter nicht einwilligen, informieren Sie den Vermieter schriftlich über die Mietminderung.
  7. Kontaktieren Sie den Mieterschutzverband über die Sachlage
  8. Je nach Sachlage wird der Mieterschutzverband Sie anweisen, die Miete auf ein Sperrkonto einzuzahlen.
  9. Informieren Sie den Vermieter über diesen Schritt schriftlich.
  10. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, nehmen Sie sich einen Rechtsanwalt.

Je besser Sie den ganzen Sachverhalt dokumentieren, desto besser sind Ihre Chancen auf Erfolg. Fotografieren Sie die Schäden und archivieren Sie jedes Schreiben lückenlos.

Mietminderung rückwirkend einfordern

Rückwirkend bedeutet juristisch ab dem Zeitpunkt, an dem der Vermieter über die Schäden in der Wohnung informiert wurde. Wenn Sie folglich eine Woche warten, bis Sie den Vermieter über den Schaden informieren, werden Sie für die Dauer dieser Woche keine Mietminderung erhalten. Schnell informieren ist also bares Geld!

Eine verstopfte Toilette stinkt

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